Standort für Auffangstation gesucht!

2018 musste das Tierheim "Arche Noah" schließen – Tierschutzverein Burghausen besteht weiter. 

PNP 18.05.2020 | Stand 17.05.2020, 17:38 Uhr 

 
Neben der Vereinstafel erinnern noch weitere Utensilien an die Vergangenheit des einstigen Raitenhaslacher Tierheims. Seit Ende 2018 allerdings ist "Arche Noah" Geschichte. − Foto: Kleiner 

 

Burghausen. In Raitenhaslach 14 ist es still geworden seit 2018. Das Tierheim "Arche Noah" wurde geschlossen, der Tierschutzverein Burghausen e.V. zog sich zurück. Doch: "Es gibt ihn noch", versichert der neu gewählte Vorsitzende Robert Stey am Telefon. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit außertourlichen Neuwahlen positionierte sich der Verein demnach neu und setzt sich weiterhin – wenn auch vorübergehend ohne festen Sitz – für Tiere ein.

Mehrere Gründe führten zur Schließung des Tierheims. Zum einen lief es damals finanziell nicht gut. "Man musste sozusagen dem Geld immer hinterherrennen, weil man mehr Ausgaben als Einnahmen hatte", sagt Stey. Die anstehende nötige Modernisierung des Tierheims hätte man nicht mehr bezahlen können. Das andere Problem war, dass der Pachtvertrag mit dem privaten Grundstückseignern nicht verlängert wurde.

Weil die Stadt Burghausen ein zentrales Landkreistierheim favorisiert habe – so die Sichtweise der Vereinsverantwortlichen –, sei in letztgenannter Angelegenheit nicht mit Rückenwind ihrerseits zu rechnen gewesen, bilanziert Stey weiter. Dennoch: "Unter der Prämisse, das Tierheim zu schließen, half uns die Stadt dennoch mit einer Finanzspritze und dem Abriss der Nebengebäude in Raitenhaslach", so der Vorsitzende. Dadurch und dank eines gelungenen Finanzplans stünde der Verein aktuell geldmäßig wieder gut da.

Während aus dem Hauptgebäude der "Arche Noah" eine Stallung für Pferde geworden ist, hegen Stey und seine Mitstreiter die Hoffnung auf eine neue Heimat für den Verein. "Wir suchen für unseren Verein nach einem neuen Standort in der Stadt. Durch Corona befindet wir uns momentan in der Warteschleife", sagt er. Es soll aber kein Tierheim mehr entstehen, sondern eine Auffangstation.

Mit der Idee eines zentralen Landkreistierheims in Eisenfelden bei Winhöring kann sich der Vorsitzende nicht anfreunden, aus seiner Sicht fehlt damit die Hilfe vor Ort. Er möchte in der Sache auch das Gespräch mit dem neuen Bürgermeister Florian Schneider suchen. Während des Wahlkampfes habe dieser bereits einen Vereinsstammtisch besucht und wisse, in welche Richtung es geht.

Bis ein passender Standort gefunden ist, beschränkt sich die Vereinsarbeit auf kleine Rettungen, wie die einer verletzten Taube am Dienstagmorgen, oder auf Vermittlungen von Katzen, Hunden und Kleintieren. Dabei hilft auch die neu eingerichtete Vereinshomepage. Außerdem unterstützt der 270 Mitglieder starke Verein andere Vereine und Projekte rund um den Tierschutz. Und wenn es von der Seiten der Regierung wieder erlaubt ist, sollen auch wieder Veranstaltungen, Stammtische und Hundetrainings ausgerichtet werden.

Eine vorübergehende Alternativlösung zu der Auffangstation ist Stey zufolge derzeit in Planung: Es soll Pflegeplätze für Tiere geben. "Ich muss allerdings erst unsere Mitglieder kontaktieren, wer sich bereit erklären würde, einen Pflegeplatz anzubieten", sagt der Vereinsvorsitzende. − mut

Tierschutzverein beschränkt sich aufs Fördern.
Neue Vorstandschaft gewählt – Vorsitzender schließt neue Auffangstation nicht aus. 

PNP 05.12.2019 | Stand 04.12.2019, 18:23 Uhr
 
Der neue Vorstand mit Anneliese Anderson (Mitte), scheidende Vorsitzende. Die Vorstandsmitglieder: Benno Heßke (l.), 1. Schriftführer, Heinz Reif (2.v.l.), 2. Schrift führer, Robert Stey (2.v.r.), neugewählter Vorsitzender, Petra Nickel, (r.) Kassier. Nicht auf dem Bild ist der 2. Vorsitzende Günther Rauch, da er als Tierarzt im Einsatz war. −Foto: Verein 
Altötting/Burghausen. Ohne eigenes Tierheim, dafür mit neuer Vorstandschaft blickt der Tierschutzverein Burghausen in die Zukunft. Im Altöttinger Gasthof Plankl wurde Robert Stey bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung mit außertourlichen Neuwahlen neuer 1. Vorsitzender.
Anneliese Anderson, die scheidende Vorsitzende des Tierschutzvereins Burghausen e.V., hieß die Anwesenden in der Mitgliederversammlung willkommen und übergab die Versammlungsleitung dem neuen Vorsitzenden Robert Stey. Anderson stellte sich aus Altersgründen bereits im Mai nicht mehr für das Amt des 1. Vorstands zur Verfügung. Sie wird, so erklärte sie, dem Verein und dem Tierschutz weiterhin die Treue halten und sich sowohl aktiv einbringen, als auch dem neuen Vorstandsvorsitzenden mit ihrem Wissen zur Seite stehen.
Einstimmig wurde der bisherige Schriftführer Robert Stey dann zum neuen Vorsitzenden gewählt. Genauso eindeutig fielen auch die anderen Ergebnisse aus. So wurden der 2. Vorsitzende Dr. Günther Rauch, die Kassiererin Petra Nickel und der 2. Schriftführer Heinz Reif ohne Gegenstimme in ihren Ämtern bestätigt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Schriftführer Benno Heßke. Weiterhin wurden von der Mitgliederversammlung die zwei Rechnungsprüfer Sabine Lorenz-Crelier und Linda Stey gewählt.
Als erste Amtshandlung verabschiedete der neu gewählte Vorsitzende Anneliese Anderson mit einem Geschenkkorb des Vorstandes. Stey würdigte Andersons Verdienste um den Tierschutzverein Burghausen, in dem sie viele Jahre als Kassier und Vorstand tätig war, sowie ihre unermüdliche Arbeit für das Tierheim "Arche Noah", welches Ende 2018 seine Pforten schließen musste.
In seiner Antrittsrede gab sich Robert Stey vorsichtig optimistisch. Der Tierschutz sei keine Trenderscheinung. Es sei aber auch nicht neu, dass Tierschutz kein Geschäftsmodell darstellt – geschweige denn, dass man damit Geld verdienen könne. So sei die finanzielle Lage in fast allen Tierheimen katastrophal. "Leider konnte nach dem Auslaufen des Pachtvertrages kein Grundstück für einen Neustart gefunden werden", bedauerte Stey die Schließung der "Arche Noah" in Raitenhaslach. Erschwerend komme im Fall des Tierschutzvereins noch hinzu, dass sich in Burghausen mehrere Vereine dem Tierschutz widmen und dass die Stadt das Konzept eines "zentralen Landkreistierheims" befürwortet und fördert.
Der Verein wird sich daher erst einmal der Förderung von Tierschutzprojekten, der Kastrationsförderung, der Arbeit mit Pflegestellen sowie der Fort- und Weiterbildung widmen. Auch wenn in der anschließenden Diskussion der 2. Vorstand, Dr. Günther Rauch, auf die hohen Kosten aufmerksam machte, wollte Robert Stey zumindest den Aufbau einer Auffangstation nicht ausschließen. − red